Fortschreibung des Teilkapitels „Nutzung der Windenergie“ des Regionalplanes Allgäu

Suchraum 1 (Dürrer Bichl/Blender)

Überlegungen/Gründe:

Die im Regionalplan vorgesehene Konzentration von Windkraftflächen wäre an dieser Stelle nicht möglich, da vorhandene Abstandsflächen untereinander nur die Aufstellung von max. 2 Anlagen zulassen würde. Diese geringe Anzahl der Windkraftanlagen würde den Grundzügen der Planungen des Regionalen Planungsverbandes (keine Verspargelung)  zuwiderlaufen.

Die Flächen sind so raumbedeutsam, dass Standorte darauf eine erhebliche Störung des Landschaftsbildes zur Folge hätten.

Die vorhandenen Richtfunkverbindungen des nahe stehenden Sendemastens der Deutschen Funkturm AG werden massiv beeinträchtigt.


Blender



Suchraum 2 (Wirlinger Wald)

Überlegungen/Gründe:

Der Suchraum 2 liegt in südlicher Richtung von Buchenberg und bildet einen Querriegel vor dem Alpenpanorama. D. h. die Flächen sind so raumbedeutsam, dass Standorte darauf eine erhebliche Verunstaltung des Landschaftsbildes zur Folge hätte, da ein bislang unbelastetes Gebiet durch maßlos überragende Windkraftanlagen dominiert würde.

Die im Suchraum 2 enthaltenen Flächen widersprechen den landschaftsplanerischen Vorgaben des Regionalplanes, wonach die Sichtachsen zu den Alpen freigehalten werden sollen. Gleiches gilt
für die südlich davon liegenden Flächen auf den Gemeindegebieten Waltenhofen und Weitnau.

Es besteht eine unmittelbare Nähe zu den Naturschutzgebieten „Breitenmoos“ und „Rohrbachtobel“ sowie zu den Flächen der „Allgäuer Moorallianz“.

Die vorhandene Landschaft ist wegen ihrer Schönheit und Funktion als Wander- und Erholungsgebiet schutzwürdig. Durch den dominierenden Blickfang von Windkraftanlagen und die damit verbundene negative Fernwirkung wäre das Landschaftsbild erheblich verunstaltet.



Wirlinger Wald



Suchraum 3 (Hoher Kapf/Wengener Egg)

Überlegungen/Gründe:

Aufgrund der Höhenlage sind die Flächen so raumbedeutsam, dass Standorte darauf eine erhebliche Störung des Landschaftsbildes zur Folge hätte. Gleiches gilt für die westlich davon liegenden Flächen auf dem Gemeindegebiet Weitnau.

Die Aussichtspunkte „Schwarzer Grat“ und „Kreuzleshöhe“ wären massiv gestört.

Der Suchraum 3 liegt innerhalb von ausgewiesenen FFHFlächen.

Der Suchraum 3 liegt in unmittelbarer Nähe zum vorhandenen Vogelschutzgebiet „Adelegg“ (Baden Württemberg).

Der Lebensraum von verschiedenen besonders schützenswerten Tierarten liegt innerhalb des Suchraumes 3.

Der benachbarte Bereich „Eschacher Weiher“ ist, wegen seiner Schönheit und Funktion als Wander –und Erholungsgebiet schutzwürdig.

Das vorhandene charakteristische Landschaftsbild stellt eine wesentliche Grundlage für die Entwicklungsmöglichkeiten des Fremdendverkehrs in diesem Bereich dar.

Die Anbindung der Anlagen an das Stromnetz kann nur über große Entfernungen realisiert werden.



Hoher Kapf



Suchraum 4 (Kürnacher Wald)

Überlegungen/Gründe:

Die Adelegg ist, mit den das Tal umgebenden Höhenzügen und den unzähligen tief eingeschnittenen Tobeln eine einzigartige Landschaft mit einem eigenen unverwechselbaren Charakter. Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde der baden-württembergische Teil der Adelegg bereits 1994 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Der bayerische Teil des Adelegg erfüllt diese Kriterien in gleicher Weise.

Innerhalb des Suchraumes 4 auf der Adelegg ist eine struktur- und reliefreiche Landschaft vorhanden auf der sich hochwertige Flächen befinden. Diese Flächen bieten einer großen Anzahl von Pflanzen und Tierarten Lebensraum. Aus diesem Grund wurde die Adelegg, als eines von 30 Gebieten in Deutschland, länderübergreifend in die Gebietskulisse der „Hot-Spots der biologischen Vielfalt“ aufgenommen.

Im Bereich des Suchraumes 4 befindet sich der Lebensraum von mehreren besonders geschützten Tierarten. Besonders bei seltenen Vogelarten sind Einschränkungen und negative Auswirkungen auf die Flugbewegungen zu den Nahrungshabitaten im gesamten Suchgebiet und zum benachbarten Vogelschutzgebiet „Adelegg“ (Baden-Württemberg) zu erwarten.

Die Adelegg ist weiträumig und größtenteils frei von technischen Bauwerken und unbelastet von Immissionen jeglicher Art sind. Vor diesem Hintergrund ergeben sich beim Bau von Windkraftanlagen erhebliche Störungen für das vorhandene Landschaftsbild.

Das Vorhandensein des charakteristischen und unberührten Landschaftsbildes und die spätere touristische Nutzung war eine wichtige Grundlage für die Entscheidung von CenterParks zu den erheblichen Investitionen in Leutkirch-Urlau. Die Errichtung und Nutzung von Windenergie in diesem Bereich würde diese Bemühungen, hier Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, zuwiderlaufen.

Die seit Jahren von Kreuzthaler Initiativen im Bereich der Adelegg (und damit auch im Suchraum 4) durchgeführten und laufenden Projekte verfolgen als gemeinsames Ziel die Offenhaltung der Landschaft, sowie die Erhaltung und Entwicklung einer attraktiven, strukturreichen und somit artenreichen Kulturlandschaft. Durch die Ergänzung von bestehenden Strukturen soll ein nachhaltiger Tourismus gefördert und eine nachhaltige Inwertsetzung der Kulturlandschaft Adelegg erreicht werden. Diese Bemühungen würden durch den Bau von Windkraftanlagen massiv beeinträchtigt, bzw. unmöglich.

Aufgrund der Höhenlage sind die Flächen im Suchraum 4 so raumbedeutsam, dass Windenergieanlagen hier einen dominierenden Blickfang mit entsprechender Fernwirkung eine erhebliche Störung des Landschaftsbildes zur Folge hätten. Die bestehenden markanten Sichtpunkte zu allen näherliegenden Aussichtspunkten „Schwarzer Grat“ und „Kreuzleshöhe“ wären massiv beeinträchtigt.

Der Suchraum 4 liegt innerhalb von ausgewiesenen FFH-Flächen. In Teilbereichen des Suchraumes 4 befinden sich Ausgleichsflächen von CenterParks, die aus jeglicher Bewirtschaftung herausgenommen wurden und dem besonderen Schutz der AVI-Fauna dienen.

Durch die teilweise extreme Topografie innerhalb des Suchraumes 4 ist die Zuwegung in Teilbereichen nicht oder nur mit erheblichen baulichen Eingriffen machbar. Gleiches gilt für die Anbindung der Anlagen an das Stromnetz und die großen Entfernungen die überwunden werden müssen. Das Störpotential für die empfindlichen Ökosysteme wird deutlich erhöht.

Mit der kleinen und der großen „Schwedenschanze“ sind zwei eingetragene und bestätigte Bodendenkmäler im Suchraum 4 vorhanden.


Kuernacher Wald



Vortrag zur öffentlichen Marktgemeinderatssitzung vom 10.10.2012